Dieses Tagebuch begleitet meine Ernährungsumstellung. Hier halte ich fest, was mir im Laufe des Tages begegnet, durch den Kopf geht oder passiert – ganz ohne Filter.

Es geht nicht nur um Zahlen, sondern um das Leben dazwischen:

  • die kleinen Sünden, die dazugehören,
  • die Freuden, die mich motivieren,
  • und die Vorstellungen, die mir Kraft geben.

Die Tabelle zeigt nüchtern den Verlauf. Das Tagebuch erzählt die Geschichte dahinter – mit Gedanken, Gefühlen und Beobachtungen, die den Weg lebendig machen.

Ich werde nicht jeden Tag etwas schreiben. Mit der Zeit kann es weniger werden, weil Routine einkehrt. Doch gerade darin liegt die Ehrlichkeit: Das Tagebuch spiegelt meinen Alltag, so wie er ist – mal voller Notizen, mit Gejammere udn Freude, mit Glück und Enttäuschungen, und mit den Sünden die immer wieder passieren und manchmal bin ich einfach still.


06.12.2025 Erste Gedanken und Pläne

Ich beginne hier mit einem enormen Übergewicht. So viele Diäten und so viele Starts einer Ernährungsumstellung führten zu nichts – außer zu immer mehr Frust. Nun möchte ich es anders angehen. Da ich gerne koche und backe, möchte ich diese Leidenschaft für eine Veränderung meiner Ernährung nutzen.

Selbst zusammengestellte Rezepte und die eine oder andere Sünde sind erlaubt – ohne mich gleich verrückt zu machen, sondern ich bleibe einfach dran. Was ich heute nicht geschafft habe, werde ich morgen wieder versuchen und dabei nach und nach die Ernährung auf ein gesünderes Niveau hin verändern.

Mehr Bewegung möchte ich in meinen Alltag einbauen und viel mehr Geduld mit mir selbst haben, wenn es nicht so rund läuft. Was heute nicht funktioniert, kann morgen oder übermorgen klappen – ganz einfach. Der Genuss soll definitiv nicht zu kurz kommen. Und ich habe erkannt, dass zu einem Wechsel der Ernährung von ungesund zu gesund und förderlich auch gehört, seine Hobbys zu pflegen, wieder neu aufzunehmen oder neue dazuzugewinnen. Beschäftigung und Kreativität sind meines Erachtens ebenso wichtig wie der Ernährungsplan selbst.

Ergo komme ich zu dem Schluss, dass vieles geändert werden darf, aber eben alles Schritt für Schritt und zu seiner Zeit – nicht auf einmal. Auch kleine Schritte führen zum Ziel. Es dauert vielleicht länger, aber man sieht im gemächlichen Tempo die Wunder am Rande des Lebensweges um vieles besser.


07.12.2025

Ich bin hochmotiviert, aber mal schauen, wie lange 🙂

Es ist, als ob die Vorstellung, was ich alles tun könnte, und der Entschluss, alles gemütlich anzugehen, schon etwas ausgelöst hat.

Ich habe gesündigt – während meiner Weihnachtsbäckerei. Ich habe es dieses Mal als Genuss betrachtet, den ich mir für meine Vorhaben verdient habe: ein kleiner Genussmoment als Belohnung dafür, dass ich nun ernsthaft einiges ändern möchte. Und wisst ihr was? Ich sehe es nicht mehr als Schwäche, sondern ich sehe auch die Stärke, die es kostet, mich abzubremsen und nicht mehr als drei oder vier Kekse zu schnabulieren. Und wisst ihr was noch? Ich bin stolz, weil ich früher einfach weitergenascht hätte. Dieses Mal habe ich die Bremse genutzt und einfach nur den Geschmack genossen – und das Gefühl, dass diese wundervollen Kekse aus meinem Ofen kamen und mein Werk sind.

Es gab zum Frühstück ein selbst gezaubertes Porridge mit Joghurt und Haferflocken, Pistazien, zwei getrockneten Pflaumen und Haferkleie. Ein wenig Süßstoff und eine große Prise … oder waren es zwei Prisen Zimt. Egal, dazu gab es natürlich einen Kaffee.

Das Rezept wird sich in der Rezeptdatenbank einfinden, siowie einige andere Früstücksideen.

An diesem Tag habe ich Kekse gebacken, Spritzgebäck, und ich habe, voller Genuß und ohne Reue, vier Stück davon genascht. Zum Mittagessen gab es einen Gemüse-Cabanossi-Eintopf, dazu ein Brötchen (selbstgebacken mit Dinkelmehl).

Das Abendbrot weiß ich nicht mehr genau – ich glaube, eine Scheibe selbstgebackenes Brot mit etwas ProActiv Margarine und einer Scheibe Käse, ein gekochtes Ei, eine kleine Tomate und drei Scheiben Sandwichgurke. Viel Mineralwasser gab es an diesem Tag auch. Zum Thema Wassertrinken wird es noch einen gesonderten Beitrag geben.


08.12.2025

An diesem Tag gab es zum Frühstück ein Müsli aus Joghurt, einigen Pistazien, Haferflocken, Zimt, Süßstoff, Leinsamen sowie Haferkleie.

Ich habe wieder gebacken – Kokosmakronen – und auch hier genascht. Trotzdem war am Folgetag ein wenig Gewicht herunter. Mittags war ich faul und habe nur Sauerkraut gekocht; dazu gab es Weißwürstchen, süßen Senf und aufgebackene Brezelstangen.

Danach wurde nochmals gebacken: Schneeflocken-Plätzchen aus einem Internetrezept. Eigentlich sollte nach dem Erkalten noch Puderzucker darübergestäubt werden, darauf habe ich verzichtet – ganz einfach, weil ich froh bin, dass ich trotz Übergewicht noch normale Zuckerwerte habe, und die dürfen auch so bleiben.

Natürlich habe ich auch von diesen Plätzchen genascht – und siehe da, heute war trotzdem etwas Gewicht weniger. Mir ist bewusst, dass es eine Weile dauert, bis sich die Sünden auf der Waage zeigen. Ich lasse mich überraschen.

Ich versuche auch langsam, etwas weniger Stress in meinem Alltag zu leben.


09.12.2025

Der bewusste Genuss am Vortag war ein sehr neues und angenehmes Gefühl für mich. So hat es mir heute umso mehr Spaß gemacht, ein Rezept zu entwickeln, bei dem ich ohne Reue essen kann: Kartoffel-Kohl-Pfanne mit Hackfleisch – und es war sehr lecker. Einfach ein Pfannengericht, man könnte auch „One Pot“ dazu sagen. Das Rezept wird hier am Blog in die Rezeptsammlung aufgenommen.

Da ich zu viel Hackfleisch hatte – es war ein großes Paket, gute 580 Gramm waren übrig – habe ich Hackbällchen aus dem Rest gemacht, gut durchgebraten und portionsweise eingefroren für spezielle Rezeptkombinationen. Vor dem Einfrieren habe ich allerdings etwa vier dieser kleinen Klößchen gegessen. Und ja, ganz ohne schlechtes Gewissen, denn ich plane eine Umstellung meiner Ernährung, nicht zwangsläufig eine Diät, und ich denke, dies könnte mein Weg sein, erfolgreich abzunehmen. Ich/wir werden sehen, ob es funktioniert. Ich persönlich glaube inzwischen, dass es das schlechte Gewissen und die Verbote sind, die mich immer wieder haben abbrechen lassen.

Auch dieses Rezept werde ich hier aufnehmen. Diese Hackbällchen können später verschiedene Gerichte aufwerten, da ich auch einige fleischlose Rezepte habe. Man kann sie auch anderweitig verwenden – dazu aber mehr im zugehörigen Rezept.

Zum Abend gab es eine große Scheibe selbstgebackenes Brot aus dem Toaster, dünn mit ProActiv Margarine bestrichen. Auf einen Teil kam eine Scheibe Käse, auf den anderen eine Scheibe Lyonerwurst. Heute war mir nicht nach Gurken oder Tomaten.

Spätestens nächste Woche werde ich mit mehr Bewegung beginnen. Ich lasse mir Zeit, da ich jetzt erst einmal bewusster genießen möchte. Auch dies muss ich lernen, da zuvor bei mir nie die Zeit war, bewusst zu essen – es war zumeist eine Tätigkeit, die man eben machen muss und die Zeit kostet. Wenn ich etwas nie hatte, war es Zeit, weil sie für alles Mögliche andere genutzt wurde – nur nicht für mich.

Es mag sein, dass ich gerade etwas viel erzähle – keine Sorge, es wird mit der Zeit weniger werden. 🙂


10.12.2025

Wider Erwarten ist wieder etwas Gewicht weg, ob ich nun tatsächlich abnehme oder es Wasserverlust ist, ist mir momentan recht gleichgültig. Ich orientiere mich an der Zahl auf der Waage.
Sobald ich mein Maßband wiederfinde (vom Umzug, ist noch nicht alles ausgepackt) wird auch gemessen, wobei ich noch nicht weiß, ob ich mir diesen Zwang antun möchte. Ich will eine Ernährungsumstellung und eine körperliche Veränderung ohne Zwang erleben.
Ich werde mich selbst überraschen lassen, ob ich dies überhaupt will. Bei dieser Reise geht es ja um mich und darum, etwas auf meine Weise zu verändern.
Aber auch darum, einen Weg zu finden, der mich an mein Ziel bringt, und ich möchte diese Reise angenehm und auf mich zugeschnitten vollziehen, nicht so, wie andere denken, dass ich zum Ziel kommen sollte. Wer weiß, ob mir deren Reiseroute überhaupt gefällt?
Mir geht es gut damit, dass ich mir auch Ausrutscher und kurze Genießerphasen gönne, ohne mich verrückt zu machen.
Daher werde ich auch meine eigenen Rezepte erstellen und genießen. Es geht mir ja nicht um den Zwang abzunehmen, sondern darum, etwas zu verändern, in meinen Ansichten und Erwartungen zu wechseln.
Der Druck von außen, wie eine Diät sein sollte, ist weg. Aber auch die Neugier auf dies, was momentan hochgejubelt wird, als Superfood, als tolle Diät usw., geht mir an der Gesäßfläche vorbei, und glaubt mir, da ist momentan noch Platz genug, da kann gerade noch einiges vorbeigehen.

Am Tag zuvor habe ich ja wegen zu viel Hackfleisch meine Hackklößchen auf Vorrat gemacht. Sie sind portioniert in den Tiefkühler gelandet und warten dort auf ein erneutes Erwachen in einem tollen Gericht.
Ich habe natürlich einige davon genascht, bevor sie in den Tiefschlaf gingen. Und die gefürchtete Zunahme blieb aus.
Denn wenn du bewusst genießt, reichen dir wenige Bissen aus. Es geht ja um den Geschmack, um den Moment.
Daher werde ich mir auch keinen Genießermoment mehr entgehen lassen und mir deshalb kein schlechtes Gewissen mehr machen.
Eines möchte ich jedoch noch erwähnen: Eine Angewohnheit habe ich ab Tag eins in meinen Tagesplan eingeführt.
Noch vor dem Frühstück oder der ersten Tasse Kaffee trinke ich ein bis zwei Gläser Wasser. Ich fühle mich gut damit, dies ist wichtig.


12.12.2015

Ich erstelle die Gewichtstabelle und dieses Tagebuch nun seit fast einer Woche, und ich muss sagen: 2,2 Kilo ohne irgendeinen Verlust, Zwang, Vorschriften, sondern mit Leichtigkeit, bewusstem Wollen und Wohlfühlen, sind doch ein Erfolg. Es bewegt sich etwas, sehr langsam, aber es bewegt sich in die richtige Richtung. Ich bin ja im Grunde ein sehr ungeduldiger Mensch, dem es nie schnell genug geht, und auch dies war wohl ein Fehler in den letzten Jahren. Zu schnell zu viel zu erwarten. So eine Erwartungshaltung kann nicht funktionieren. Ich gebe dabei auch viel der Werbung und den falschen Versprechen die Schuld. Serien wie „The Biggest Loser“ gaukeln dir vor, dass du dich unfassbar anstrengen, verändern und kasteien musst. Sie gaukeln aber auch vor, dass man in sehr kurzer Zeit Unmengen abnehmen kann. Nur das Hinterher, der Jo-Jo-Effekt, der dann zu schaffen macht, den erwähnt niemand. Daher begrüße ich meine Vorgehensweise: langsam und gemütlich, aber ganz zu mir passend und mir nicht wirklich alles zu verbieten. Bisher war es so, dass ich auch durch die Bilder und falschen Versprechen um mich herum ungeduldig wurde. Ging es zu langsam, habe ich nach wenigen Tagen aufgegeben. Jetzt feiere ich jeden 100-Gramm-Schritt. Ganz bewusst nehme ich die Veränderungen wahr, die bei dem kleinen Gewichtsverlust schon spürbar sind. Veränderungen, die aber momentan noch in meinem Geist und meinem Fühlen ablaufen.

Affirmation für mich selbst: Ich lasse los und freue mich über jedes Gramm Leichtigkeit.

Nächste Woche werde ich mit Bewegung anfangen und natürlich darüber berichten.